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„Das Viertelfinale sollte für uns ein Muss sein“

Wenn an diesem Mittwoch (18 Uhr) in der Porsche-Arena in Stuttgart das erste WM-Vorrundenspiel der deutschen Handballfrauen gegen Island angeworfen wird, stehen Antje Döll und Nieke Kühne im Blickpunkt. Linksaußen Döll (37) von der Sport-Union Neckarsulm führt die Auswahl von Bundestrainer Markus Gaugisch als Kapitänin an. Rückraumspielerin Kühne (21) von der HSG Blomberg-Lippe ist die jüngste Spielerin im Aufgebot. In acht Vorrundengruppen treten jeweils vier Teams gegeneinander an, nach Island warten noch Uruguay (28. November, 18.00 Uhr) und Serbien (30. November, 18.00 Uhr) auf das DHB-Team. Die besten drei Teams jeder Gruppe erreichen die Hauptrunde mit vier Sechsergruppen, die für Deutschland in Dortmund stattfände. Weiterer Spielort in Deutschland ist Trier, beim Co-Gastgeber Niederlande wird in Rotterdam und s’Hertogenbosch gespielt. Die jeweils besten zwei der vier Hauptrundengruppen stehen im Viertelfinale. Warum dessen Erreichen ein Muss ist und was sie sich vom Heimvorteil erhoffen, erläutern die beiden im Gespräch mit dem DOSB.

DOSB: Nieke, du stehst vor deinem ersten internationalen Großevent für den A-Kader. Was ist in dir vorgegangen, als du vom Bundestrainer Markus Gaugisch nominiert wurdest?

Nieke Kühne: Es war wie im Film. Ich war zu Hause in Seesen und habe mit meiner Mutter darüber gesprochen, ob Markus mich wohl anrufen würde. Dann klingelte das Telefon, er war dran und wollte erst einmal mit mir über mein letztes Spiel sprechen. Ich war so aufgeregt und habe gesagt: Komm bitte zum Punkt! (lacht) Dann hat er mir mitgeteilt, dass ich zur WM eingeladen bin. Es war vorher nicht klar, dass es eine positive Nachricht werden würde, es hätte auch eine Absage sein können. Insofern war ich sehr glücklich. Mama und ich haben dann erst einmal etwas Schönes gegessen.

Antje, für dich ist es nach 2017 die zweite Heim-WM, du warst im vergangenen Jahr auch bei den Olympischen Spielen in Paris im Kader. Welchen Stellenwert hat das bevorstehende Turnier für dich?

Antje Döll: Eine Heim-WM ist das Nonplusultra. Von der Größe des Events ist Olympia zwar noch einmal ein anderes Thema als eine WM. Aber so ein Turnier im eigenen Land erleben zu können, das muss man auch genießen. Für mich persönlich wird es ein Meilenstein, weil ich die Mannschaft als Kapitänin aufs Feld führen darf.

Du bist erst im Alter von 28 Jahren ins Nationalteam gekommen, die Heim-WM 2017 war damals auch für dich dein erstes großes Turnier. Was rätst du einer jungen Spielerin wie Nieke, die das nun schon als 21-Jährige erleben darf?

Antje: Dass sie jede Minute, die sie auf dem Feld steht, ebenso genießen soll. Genauso  das ganze Drumherum. Ich bin spät in die Erste Bundesliga gekommen und hatte deshalb mein Debüt in der A-Nationalmannschaft entsprechend spät. Bei der WM 2017 war ich für meine damaligen Positionen am Kreis und auf Linksaußen als Drittbesetzung dabei. Nieke wird eine wichtigere Rolle bei uns einnehmen, wir wissen, was sie kann. Für mich war klar, dass Markus sie nominieren wird.

Nieke, welche Rolle traust du dir selbst denn zu, und was sind die wichtigsten Qualitäten, die Antje ins Team einbringt?

Nieke: Ich möchte mir meine Unbekümmertheit bewahren und manche Gegnerinnen, die mich noch nicht so kennen, überraschen. Ich möchte mit meiner Schnelligkeit helfen und werde in jeder Minute Spielzeit, die ich bekomme, 100 Prozent geben. Wenn ich meine Chance kriege, gebe ich alles, egal auf welcher Position. Ich bin eine emotionale Spielerin, möchte aber noch mehr aus mir herauskommen. Zu Antje kann ich sagen, dass sie für mich als junge Spielerin eine großartige Hilfe ist, weil sie mit ihrer Erfahrung und Ruhe auf mich einwirkt. Sie ist einfach super wichtig, für mich und für das gesamte Team.

Bundesregierung bekräftigt Unterstützung für Olympiabewerbung

Die Bundesregierung steht geschlossen hinter der deutschen Bewerbung für die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele. Am Mittwoch beschloss das Bundeskabinett, bestehend aus Kanzler Friedrich Merz und den 17 Bundesministerinnen und -ministern, die Unterzeichnung einer „Politischen Vereinbarung zu einer deutschen Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele“. Dieses sogenannte Memorandum of Understanding soll am 4. Dezember von Merz, DOSB-Präsident Thomas Weikert, den Ministerpräsidenten von Bayern und Nordrhein-Westfalen, Markus Söder (CSU) und Hendrik Wüst (CDU), dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU), dem Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Peter Tschentscher (SPD), und dem Oberbürgermeister der Stadt München, Dieter Reiter (SPD), unterzeichnet werden.

„Wir freuen uns, dass die Bundesregierung mit dem heutigen Kabinettsbeschluss unterstrichen hat, dass die schon im Koalitionsvertrag verankerte Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele ihr wichtigstes sportpolitisches Ziel ist. In den kommenden Wochen werden wir gemeinsam mit der Politik weitere wichtige Schritte gehen, um unsere Kandidatur für den Zeitraum 2036 bis 2044 auf den Weg zu bringen“, sagte Thomas Weikert. Vor der Unterzeichnung der Vereinbarung steht in der kommenden Woche in Lausanne (Schweiz) die Aufnahme des „Continuous Dialogue“ mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) auf dem Programm.

Christiane Schenderlein (CDU), Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt, bezeichnete in einem auf Instagram verbreiteten Video die Bewerbung als „DAS sportpolitische Ziel der Bundesregierung. Durch Olympia stärken wir unser Wir-Gefühl und senden ein Zeichen des Aufbruchs.“ Auf ihrer Website ordnet die Bundesregierung den Schritt als „Ausdruck der Geschlossenheit“ ein. Der DOSB wird auf seiner Mitgliederversammlung am 6. Dezember in Frankfurt am Main über den weiteren Weg der Auswahl des nationalen Kandidaten abstimmen. Berlin, Hamburg, München und die Region Rhein-Ruhr sind im Rennen, die Entscheidung soll auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 26. September in Baden-Baden fallen. 

Neues Freiwilligensurvey: Sport bleibt Vorreiter trotz sinkender Engagementquote

Sportvereine bleiben die mit Abstand beliebtesten Orte für freiwilliges Engagement in Deutschland.

Das geht aus dem neusten Deutschen Freiwilligensurvey (FWS) hervor, der im Auftrag der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Dr. Christiane Schenderlein (CDU), erstellt wurde. Für die Studie werden seit 1999 alle fünf Jahre mehr als 27.000 Menschen in Deutschland zu ihrem freiwilligen Engagement befragt. Der 6. FWS ist am 14. November erschienen.

Wie der Sport darin abschneidet und was Sportvereine daraus lernen können, zeigen wir euch hier.