5 Ringe – 5 Fragen: Bürgerschaftsreferendum entscheidet über Hamburger Olympiabewerbung
Warum möchte sich Hamburg bewerben?
Hamburg versteht sich als internationale Sport- und Hafenstadt mit kurzen Wegen, moderner Infrastruktur und großer Erfahrung bei der Ausrichtung internationaler Veranstaltungen wie dem SUZUKI World Triathlon Hamburg oder dem Haspa Marathon. Den nächsten großen Schritt sieht die Stadt Hamburg in einer möglichen Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele. Sie bieten die Möglichkeit, nicht nur die Spiele modern zu organisieren, sodass sie nachhaltig geplant sind und daher mit bestehenden und temporären Sportstätten arbeiten, sondern dadurch auch die Stadt weiterzuentwickeln.
Im Mittelpunkt der Bewerbung steht die Idee kompakter Spiele: Viele Wettkampfstätten liegen zentral und sind gut mit dem ÖPNV, dem Fahrrad oder sogar zu Fuß erreichbar. Gleichzeitig möchte Hamburg die Spiele nutzen, um wichtige Zukunftsprojekte in den Bereichen Sport, Mobilität, Wohnungsbau und Stadtentwicklung zu beschleunigen.
Wie sollen die Spiele in Hamburg aussehen?
Herzstück der Hamburger Olympiabewerbung ist die Binnenalster, auf deren eindrucksvoller Kulisse die Eröffnungsfeier den Auftakt bilden soll. Hier sollen laut Senat danach das 3x3 Basketball Turnier und die finalen Bogenschießen Wettkämpfe ausgetragen werden.
Die kompakte Planung soll die Spiele in Hamburg möglichst nahbar für Zuschauerinnen und Zuschauer machen.
85 % der Wettkampfstätten befinden sich in einem Umkreis von sieben Kilometern, ausgehend von der „Olympic Park City“, dem Heiligengeistfeld. Im „Olympic Park Altona“, im nördlichen Volkspark finden laut Konzept Leichtathletik, Turnen und Schwimmen statt.
Durch kurze und barrierearme Wege in der Stadt, soll Hamburg zur barriereärmsten Metropole Deutschlands werden – so das Ziel der Konzept-Verantwortlichen in Hamburg.
Die weltbesten Athlet*innen kommen in einem Olympischen und Paralympischen Dorf, der Science City Hamburg Bahrenfeld, zusammen. Die zentrale Lage ermöglicht es 40 % der Athlet*innen zu Fuß zu ihren Wettkampfstätten zu gelangen. Nach den Spielen stehen die Wohnanlagen rund 9.000 Menschen als bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung.
Mit Kiel setzt Hamburg auf einen Außenstandort, an dem Segeln, Handball und Rugby geplant sind.
Welche langfristigen Vorteile hätten Olympia und Paralympics für Hamburg?
Der Ausbau einer barrierearmen Stadt bedeutet, dass nicht nur die Spiele für viele Menschen zugänglich sind, sondern auch, dass die Stadt weit über die Spiele hinaus von barrierearmen ÖPNV, Sportanlagen und Infrastruktur profitiert.
24 % der Wettkampfstätten werden laut Senat temporär errichtet und Teil der Ausstattung kommen im Anschluss in Hamburger Sportstätten zum Einsatz, wie z. B. Turn- und Hallenböden. Auch Schulen und Bezirke sind in der Nachnutzung vorgesehen und erhalten bspw. Tischtennisanlagen.
Übrigens: Schon seit 2015 profitiert Hamburg von der letzten Olympiabewerbung. Die Stadt hält seither am Konzept der „Global Active City“ fest und zeigt damit, welche Impulse zur Sportförderung allein durch die Bewerbung ausgelöst werden können.
Wer unterstützt die Hamburger Bewerbung?
Der Sport, bekräftigt seine Unterstützung in Breite und Spitze über den April und Mai verteilt mit der Ausrichtung von vielen Aktionsspieltagen: von Schwimmen über Tennis bis Rugby. Egal ob Harvesterhude Tennis- und Hockey-Club, Hamburger Sport-Verein oder der Lauftreff bis zum Referendum – die Vereine und Veranstaltungen zeigen, der Sport steht hinter der Bewerbung Hamburgs und sieht die Potenziale, die hinter Olympischen und Paralympischen Spielen stecken.
Aber nicht nur der Sport, sondern auch in der Politik erfahren die Planungen des Senats große Unterstützung. Für den Hamburger Oberbürgermeister Peter Tschentscher ist klar: „Olympia steht für sportlichen Wettbewerb und ein friedliches Miteinander der Völker. Die Olympischen Spiele werden zusammen mit den Paralympischen Spielen ausgerichtet, die Teilhabe und Inklusion fördern.“
Daneben hat sich ein breites Bündnis an Wirtschaftspartnern – neben der nationalen Wirtschaftsinitiative – gebildet, das die Bewerbung unterstützt.
Wie geht es nach dem Bürgerschaftsreferendum weiter?
Das Ergebnis des Bürgerschaftsreferendums fließt in der Kategorie „Nationale Akzeptanz“ in die Bewertungsmatrix des DOSB mit ein. Daneben bilden die sportfachliche Eignung, internationale Wettbewerbsfähigkeit, Kosten und Finanzierung sowie Fragen der nachhaltigen Wirkung über die Spiele hinaus weitere prüfungsrelevante Kriterien.
Das Bürgerschaftsreferendum in Hamburg bildet als letztes Referendum den Abschluss der Stufe 2, der Einbindung der Bevölkerung, im 3-Stufen-Modell des DOSB. Auf diese Phase folgt die dritte Stufe, in der alle bis 4. Juni eingereichten Konzepte geprüft und bewertet werden.
Am 26. September fällt auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB in Baden-Baden die finale Entscheidung, welches Konzept in das internationale Rennen zieht.
Sein Erfolgsrezept? Den Körper unter Vollstress setzen!
13 oder 14 Jahre war er alt, ganz genau weiß Maximilian Dallinger es nicht mehr, als er mit seinen Eltern zum ersten Mal die Schießanlage in Garching-Hochbrück besuchte. Im Weltcup war damals der US-Amerikaner Matthew Emmons am Start, Olympiasieger von Athen 2004 und für das Nachwuchstalent von der Schützengesellschaft Isental Lengdorf ein absolutes Vorbild. „Für mich war es ein Traum, einen Sportler wie ihn aus der Nähe erleben zu können“, sagt der 29-Jährige rückblickend. In dieser Woche nun steht Maxi in Garching selbst im Mittelpunkt. Beim Heimweltcup auf der Schießbahn der Olympischen Spiele von 1972 ist der Mann, der im vergangenen Jahr mit dem Gewinn des WM-Titels in der Disziplin Luftgewehr 10 Meter die Schießsportwelt durcheinanderwirbelte, einer derjenigen, auf die nicht nur der Nachwuchs schaut.
„Ein Weltcup daheim ist immer etwas Besonderes. Aber der Stellenwert dieses Wettkampfs ist weltweit extrem hoch, weil er für alle Nationen ein absolutes Highlight im Kalender darstellt“, sagt der gebürtige Erdinger, der mittlerweile in Freising und damit keine halbe Stunde von einer der größten zivilen Schießanlagen der Welt entfernt lebt. 732 Athlet*innen aus 85 Nationen haben für die Wettbewerbe gemeldet, der Bayrische Rundfunk überträgt das Luftgewehr-Finale der Männer an diesem Dienstag um 18.30 Uhr und das Finale der Gewehrfrauen im Dreistellungskampf am Mittwoch um 13 Uhr live auf BR24sport.de, die restlichen acht Finals laufen bei sporteurope.tv. „Die Veranstaltung ist immer perfekt organisiert, innerhalb von zehn Minuten ist man an allen Wettkampfstätten. Alle Ausrüster präsentieren ihre Ware und Neuheiten. Es ist mehr eine Messe als ein normaler Weltcup, daraus erklärt sich die Beliebtheit“, sagt Maxi Dallinger.
Dazu kommt, dass die Anbindung an die Stadt München und die Berge und Seen im Umland perfekt ist. Anders als bei Wettkämpfen in Doha (Katar) oder Kairo (Ägypten), wo die Schießanlagen entweder abgelegen in der Wüste liegen oder für Publikum gar nicht zugänglich sind, werde die Stimmung im Schießsportland Deutschland – der Deutsche Schützenbund (DSB) ist mit rund 1,35 Millionen Mitgliedern hinter Fußball, Turnen, Tennis und dem Deutschen Alpenverein fünftgrößter olympischer Fachverband – allseits hoch geschätzt. „Wenn man eine Umfrage unter den internationalen Athlet*innen machen würde, wäre der Weltcup in Garching für 95 Prozent der Lieblingsstandort, da bin ich sicher“, sagt Maxi Dallinger.
Wer es in die Top 20 schafft, zählt zur Weltspitze
Dass die Augen in seiner Heimat noch mehr als sonst auf ihn gerichtet sein werden, ist dem 1,82 Meter großen Athleten bewusst. Der WM-Titel aus dem vergangenen Jahr, der in den Medien irgendwo zwischen „überraschend“ und „sensationell“ eingeordnet wurde, hat seinen Bekanntheitsgrad deutlich erhöht; weniger dagegen seinen Stellenwert in der Szene, glaubt Maxi Dallinger. „Ich war auch vorher schon auf der Bildfläche und habe nicht das Gefühl, jetzt der Gejagte zu sein“, sagt er. Dafür sei die Spitze in seiner Paradedisziplin zu breit. „Bei internationalen Wettkämpfen kommen 30 Kandidaten infrage, die gewinnen können. Man kann nie mit einer Finalteilnahme rechnen, wer es in die Top 20 schafft, zählt zur absoluten Weltspitze. Die Tagesform ist in unserem Sport sehr entscheidend“, sagt der Topathlet, der auch im Kleinkaliber-Dreistellungskampf aktiv ist.
Als Beleg dafür lässt sich der WM-Wettkampf in Kairo im vergangenen Jahr anführen, in dem Dallinger es im Finale mit Olympiasieger Lihao Sheng aus China und dem schwedischen Olympiazweiten Victor Lindgren zu tun hatte. „Wenn die einen Toptag haben, hauen die einem ein Brett vor den Kopf, dass einem die Ohren schlackern. An dem Tag war das aber nicht so, beide hatten ein paar schlechte Schüsse dabei, ich habe ausgewogen ohne Ausreißer geschossen. Und auf einmal war ich Weltmeister“, erinnert er sich an die Dramatik des Finales, in dem er mit dem letzten Schuss Lindgren um 0,3 Ringe auf Rang zwei distanzieren konnte.
Für Maxi Dallinger war dieses Erlebnis nicht nur sportlich, sondern vor allem mental ein Gamechanger. Hatte er sich vor der WM in Finalwettkämpfen bei internationalen Events oft schwergetan, war da in Kairo plötzlich ein anderes Gefühl. „In der Qualifikation spürte ich, dass es sehr gut läuft, dennoch hatte ich diesen Angstmoment, in dem ich gedacht habe: Wenn ich jetzt ins Finale komme, geht es mir wieder schlecht! Als Schütze kann man solchen Stress gar nicht gebrauchen, aber bei der WM ist es mir gelungen, ihn in positive Energie umzuwandeln. Und mit diesem Wissen, dass ich jetzt Werkzeuge habe, um damit besser umzugehen, fühle ich mich selbstbewusster“, sagt er.
„Rezept für Bewegung“ kommt in die Arztpraxis
Mehr Bewegung beginnt oft mit einem einfachen Impuls. Genau dafür steht das „Rezept für Bewegung“: Ärzt*innen können ihre Patient*innen gezielt zu mehr körperlicher Aktivität motivieren und konkrete Bewegungsangebote empfehlen. Jetzt wird dieses Instrument einfacher nutzbar als je zuvor.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat Mitte Februar 2026 darüber informiert, dass das „Rezept für Bewegung“ Praxisverwaltungssystem-Anbietern ab sofort als Formular zur freiwilligen Integration zur Verfügung steht. Damit kann das Formular direkt in die Praxissoftware eingebunden, digital ausgefüllt, ausgedruckt und unkompliziert im Praxisalltag eingesetzt werden. Ein wichtiger Schritt, um Bewegung noch stärker als selbstverständlichen Bestandteil gesundheitlicher Prävention zu verankern.
Mit der Duria eG hat nun bereits der erste Anbieter reagiert und das „Rezept für Bewegung“ in sein Praxisverwaltungssystem integriert. Damit steht das Formular ab sofort rund 4.900 Mitgliedern sowie mehr als 2.300 Arztpraxen zur Verfügung.
Bewegung einfacher in den Alltag bringen
Bewegungsmangel gehört zu den größten Gesundheitsrisiken unserer Zeit. Gleichzeitig wissen wir: Regelmäßige Bewegung wirkt präventiv, stärkt die körperliche und psychische Gesundheit und verbessert Lebensqualität in jedem Alter. Die Integration des „Rezepts für Bewegung“ in Praxissoftware erleichtert Ärzt*innen den Zugang zu einem niedrigschwelligen Präventionsinstrument – ohne zusätzlichen Aufwand im eng getakteten Praxisalltag.



