Mehr Anerkennung und Wertschätzung für Trainer*innen
Am 25. September ist wieder Global Coaches Day - eine Initiative des International Council for Coaching Excellence (ICCE). Der Tag ist dafür da, die nicht zu unterschätzende Rolle der Trainer*innen in ihren vielfältigen sportlichen, sozialen, gesundheitlichen und gesamtgesellschaftlichen Funktionen zu würdigen und fordert dazu auf, in den sozialen Medien #DANKETRAINER zu sagen. Egal, ob es sich um Breitensport, Gesundheitssport oder Leistungssport handelt.
Letzterem boten die Olympischen und Paralympischen Spiele in Paris zuletzt die große Bühne für spektakulären Sport vor spektakulärer Kulisse. Und wie es nur diese Sportgroßevents vermögen, sind wieder Sportarten, Athlet*innen und Trainer*innen ins Rampenlicht gerückt, die ansonsten zu wenig mediales Interesse bekommen, aber eben auch wunderschöne Sportgeschichten schreiben. Gemeinsam waren wir begeistert davon, wie Trainer Samir Suliman die 3x3-Basketball-Frauenmannschaft auf ihrem Weg zu Gold begleitete, wie „Dascha“ Varfolomeev in der Rhythmischen Sportgymnastik ihre Trainerin Yuliya Raskina mit ihrer Exzellenz zu Tränen rührte und wie die Kanuten Max Lemke und Jacob Schopf nach ihrem zweiten Gold ihren Trainer Arndt Hanisch mit Lob überhäuften - ein starkes und von Herzen kommendes #DANKETRAINER. Dieser Dank für ihren aufopferungsvollen Einsatz gebührt aber nicht nur den Trainer*innen von Medaillengewinner*innen, sondern allen Trainer*innen bei Olympischen und Paralympischen Spielen und den vielen Stützpunkt- und Heimtrainer*innen gleichermaßen.
Mit ihren Statements legten die beiden Kanuten aber auch den Finger in die Wunde und forderten mehr Anerkennung und Wertschätzung für den Berufsstand der Trainer*innen. Diese Wertschätzung muss sich zum Beispiel in Arbeitsbedingungen für Trainer*innen wiederfinden, die einerseits die Entwicklung von Weltklasseleistungen ermöglichen aber eben auch international konkurrenzfähig sind. Dabei sind die Themen der Vergütung, der Befristung von Arbeitsverträgen und der Arbeitszeit von Trainer*innen von zentraler Bedeutung und auch jetzt wieder Bestandteil der aktuellen Reformbestrebungen. Für diese Themen braucht es Unterstützung nicht nur des Sports, sondern der Politik, der Medien und der Gesellschaft - nicht nur am Global Coaches Day, sondern ganzjährig und nachhaltig.
Dennoch ist es auch uns ein großes Bedürfnis, diesen Tag zu Ehren aller Trainer*innen von der Basis bis zur Spitze zu nutzen, um für deren unermüdlichen Einsatz #DANKETRAINER zu sagen!
Ein Kommentar von Christian Witusch, Referent Leistungssport im DOSB.
Neuer E-Learning-Kurs: Pack deine E-Sporttasche für eine klischeefreie Sportkultur
Wie können sich Menschen in Sportverbänden und -vereinen für mehr Geschlechtergerechtigkeit im Sport einsetzen? Das Projekt „Klischeefrei im Sport“ entwickelt gemeinsam mit dem DOSB und dem DFB einen E-Learning-Kurs, der bei der Beantwortung genau dieser Frage wichtige Impulse geben kann. Die E-Sporttasche, gefüllt mit motivierenden Lerninhalten rund um das Thema Klischeefreiheit im Sport, richtet sich primär an Multiplikator*innen und Funktionsträger*innen in den Sportverbänden und -vereinen, wie Trainer*innen, Schiedsrichter*innen oder Vorstandsmitglieder - alle Interessierte sind herzlich eingeladen, den Kurs zu bearbeiten. Ziel des interaktiven Kurses ist es, die Teilnehmenden für Geschlechterklischees im Sport zu sensibilisieren. Es wird Grundlagenwissen über (strukturelle) Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern im Sport sowie in Verbänden und Vereinen vermittelt. Darüber hinaus kann das Gelernte durch Informations- und Methodenmaterial direkt in der Praxis angewendet werden.
Wie der Name schon sagt, wird es sportlich mit der E-Sporttasche. Im ersten Modul starten alle Teilnehmenden mit einer Aufwärmübung. Die Übungen regen dazu an, ein Bewusstsein für Geschlechterklischees und deren Auswirkungen zu entwickeln. Das zweite Modul gibt den Startschuss für den Sprint durch die Sportgeschichte. In diesem Sprint erfahren die Teilnehmenden, welche Meilensteine das Geschlechterverhältnis im Sport geprägt haben und wie sie die heutigen Verhältnisse bedingen. Nach diesen beiden Modulen wird eine kurze Pause eingelegt, bevor die E-Sporttasche 2025 mit weiteren Modulen gefüllt wird.
Nur mit allen Engagierten kann eine klischeefreie Sportkultur realisiert werden - packe deine Tasche und setze dich gemeinsam mit allen Engagierten für mehr Geschlechtergerechtigkeit im Sport ein!
Der kostenlose Kurs, der auf der Plattform Moodle zur Verfügung steht, ist ab sofort auf der Projektwebsite unter dem Link: www.klischeefrei-sport.de/e-sporttasche verfügbar.
(Quelle: Klischeefrei im Sport)
5 Fragen an Martin Hartmann
Teil 9 im Rahmen des Internationalen Tages der Kinderrechte mit Martin Hartmann, Vizepräsident im Deutschen Turner-Bund. Seine Themenschwerpunkte sind: Verbandsentwicklung, Kulturwandelprozess „Leistung mit Respekt“ (Safe sport) und Sportgroßveranstaltungen.
Beim Thema Sport und Menschenrechte denke ich zuerst an…
… die Gesundheit unserer Athletinnen und Athleten im Freizeit-, im Breiten- und auch im Leistungssport. Vor allem im Leistungssport müssen Athletinnen und Athleten oft über ihre Grenzen hinaus gehen - auch im Training. Die Gesundheit der Athletinnen und Athleten muss dabei jederzeit im Vordergrund stehen.
Ich bin Mitglied im DOSB-Menschenrechtsbeirat, weil…
es mir wichtig ist, dass wir im deutschen Sportsystem jederzeit die Persönlichkeitsrechte, die Gesundheit und eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung unserer Athlet*innen im Blick haben.
Was bedeutet für Dich das Recht auf Bewegung und Freizeit für Kinder und wie hilft der Weltkindertag dabei , ein Bewusstsein für dieses Recht zu schaffen?
Bewegung und Sport sind essentiell für die Gesundheit und die Entwicklung von Kinder und Jugendlichen zu starken Persönlichkeiten. Kinder und Jugendliche haben das Recht, in einem sicheren Umfeld ohne unangemessenen Druck zu trainieren und zu üben. Beim Sport können Kinder und Jugendlichen darüber hinaus wichtige Lebenskompetenzen und Werte wie Respekt, Selbstvertrauen, Fairness sowie Teamplay lernen und auch erleben. Der Sport befähigt junge Menschen, ihre Rechte einzufordern und auszuüben. Gewinnen können ist einfach, aber auch Verlieren will gelernt sein - das alles kann im Sport erlebt und erlernt werden. Der Weltkindertag gibt uns die Möglichkeit, die Öffentlichkeit und vor allem die Politik darauf aufmerksam zu machen wie wichtig Sport im Verein und wie wichtig auch der Schulsport für unsere Gesellschaft sind.
Das Motto des diesjährigen Weltkindertags lautet: „Mit Kinderrechten in die Zukunft“. Was kann der Sport tun, um die Rechte der Kinder zu fördern?
Sport unterstützt die körperliche, geistige und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Sport ermöglicht aber auch die Teilhabe und Inklusion von Menschen, die sonst benachteiligt oder gar diskriminiert werden. Sport kann zu einer gerechteren, inklusiveren und nachhaltigeren Gesellschaft beitragen, in der die Menschenrechte geachtet und geschützt werden. Sport bietet darüber hinaus eine Plattform für den interkulturellen Dialog, die Toleranz und das Verständnis zwischen Menschen verschiedener Herkunft, Religion und Weltanschauung. Miteinander Sport treiben kann dabei helfen, Vorurteile abzubauen.
Welche Erkenntnisse aus eurer Arbeit im Deutschen Turnerbund kannst du für den DOSB-Menschenrechtsbeirat nutzen?
Wir im Deutschen Turner-Bund haben uns im Rahmen des Kulturwandelprozesses „Leistung mit Respekt“ eine handlungsleitenden Maxime gegeben: „Der gesamte Trainingsprozess und die Rahmenbedingungen sind ausgerichtet auf das Ziel, international konkurrenzfähig und erfolgreich zu sein, unter Berücksichtigung, dass vom Beginn bis zum Ende der aktiven Karriere das Kindeswohl, die Persönlichkeitsrechte und eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung der Athlet*innen jederzeit gewährleistet sind.“ Ich wünsche mir, dass auch im Team-D sowie im gesamten deutschen Sport jederzeit das Kindeswohl, die Gesundheit, die Persönlichkeitsrechte und eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung unserer Athlet*innen gewährleistet wird.
Menschenrechte gelten für Alle! Wusstest Du, dass der Weltkindertag auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern und deren Rechte aufmerksam macht. Kinder haben die gleichen Rechte wie alle Erwachsene, aber es liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Recht auf Bildung und den Rechten auch Spiel und Bewegung.
Für mehr Information, welche Rechte für Dich gelten und was sie mit dem Sport zu tun haben, schau hier vorbei.
(Quelle: DOSB)



