Nachruf auf Professor Dr. Franz Brümmer
Mit tiefer Trauer nimmt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) Abschied von Professor Dr. Franz Brümmer, der am 10. September 2024 nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahren im Kreise seiner Familie verstarb.
Der deutsche Sport verliert mit ihm eine prägende Leitfigur für die Entwicklung eines Gleichgewichts zwischen Sport, Natur und Umwelt. Sein außergewöhnliches Engagement hat diese Entwicklung im DOSB über Jahre hinweg bereichert.
Professor Dr. Brümmer war ein angesehener Biologe, dessen Einfluss weit über den Bereich des Sports hinausreichte. Neben seiner konsequenten ehrenamtlichen Arbeit für den Sport war er ein begeisterter Sporttaucher. Seine Leidenschaft führte ihn nicht nur in faszinierende Unterwasserwelten, sondern auch in die Rolle des Präsidenten des Verbandes Deutscher Sporttaucher, den er von 2003 bis 2019 maßgeblich gestaltete.
Mit beeindruckendem Weitblick und unerschütterlicher Entschlossenheit setzte er sich für Nachhaltigkeit, Biodiversität und Umweltschutz ein, besonders dem Kampf gegen Mikroplastik im Sport. Sein Ziel, Sport und Natur in Einklang zu bringen, hat weitreichende und zukunftsweisende Diskussionen angestoßen.
Für seine Verdienste erhielt Professor Dr. Brümmer zahlreiche Ehrungen, darunter in 2014 das Bundesverdienstkreuz am Bande und die DOSB-Ehrennadel im Jahr 2019. Diese Auszeichnungen würdigen seine Rolle als Vordenker und Visionär.
Als Vorsitzender des Kuratoriums Sport und Natur engagierte er sich über 14 Jahre hinweg für eine nachhaltige Verbindung von Sport und Umweltschutz. Sein umfangreiches Fachwissen brachte Professor Brümmer nicht nur in den DOSB und den Landessportverband Baden-Württemberg ein, sondern auch in bedeutende nationale und internationale Gremien, wie den Beirat „Umwelt und Sport“ des Bundesumweltministeriums.
Seine fortwährende Zuversicht und sein großes Engagement haben letztlich entscheidend dazu beigetragen, das Bewusstsein für nachhaltige Sportpraktiken im öffentlichen Raum zu schärfen und gesellschaftliche Entwicklungen voranzutreiben.
Franz Brümmer überzeugte durch seine fachliche Expertise und seine warmherzige Art. Immer freundlich und zugewandt, war er ein geschätzter Ansprechpartner auf allen Ebenen. Seine positive Ausstrahlung und sein optimistischer Blick auf die Herausforderungen in Sport und Naturschutz machten ihn für viele zu einem Vorbild und inspirierenden Wegbegleiter.
Das Vermächtnis von Professor Dr. Franz Brümmer wird im deutschen Sport fortbestehen. Der Deutsche Olympische Sportbund ist ihm zu großem Dank verpflichtet. Sein allzu früher Tod erfüllt uns mit tiefer Trauer, doch auch mit großer Dankbarkeit für seine wertvollen Beiträge zum nachhaltigen Sport.
Unsere Gedanken sind bei seiner Frau Dagmar, seiner Familie und seinen Angehörigen.
Autor: Christian Siegel
Gemeinsam Teilhabe gestalten: Erstes Fachforum Diversity
Das Fachforum, zum ersten Mal als intersektionale Tagung aufgestellt, vereinte die vormals getrennten Fachforen Inklusion, Integration, sowie das Fachforum und die Konferenz für Frauen, Vielfalt und Geschlechtergleichstellung. Unter dem Motto „Gemeinsam Teilhabe gestalten - #SportFuerAlle“ haben rund 230 Teilnehmer*innen aus Sport und Politik drei intensive Tage miteinander gestaltet.
„Was heißt Diversity im Sport? Diversity bedeutet für mich, Vielfalt zu erkennen, zu fördern, Barrieren abzubauen - Diskriminierung vorzubeugen und alle Dimensionen der Charta der Vielfalt im Blick zu behalten. Das ist eine Herausforderung, aber eine, die es wert ist! Vielfalt macht den Unterschied“, mit diesen Worten eröffnete Michaela Röhrbein, Vorständin Sportentwicklung im DOSB, das Fachforum.
„Diversity ist ein Tu-Wort“ - Inspirierende Keynote von Janis McDavid
Moderatorin Meike Schröer führte durch den Auftakt des Fachforums, welches neben dem DOSB auch durch die Landessportbünde Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen organisiert wurde. Unterstützt durch Gebärdensprachen-Dolmetscher*innen und einem Awareness-Team begrüßten die Teilnehmenden Key-Note Speaker Janis McDavid. Der Speaker, Autor und Rennfahrer, stimmte die Teilnehmenden mit seinem Input „Diversity ist ein Tu-Wort - Unterschiede ermöglichen Vielfalt“ auf die Themen der nächsten Tage ein.
Die Podiumsdiskussion „Vielfalt gewinnt: Wie Diversität den Sport bereichert und was es dafür braucht“ mit Imke Bartmann (Sidekick Leipzig), Juliana Groß (Klischeefrei im Sport), Younis Kamil (Bewegte Zukunft, Türkische Gemeinde in Deutschland), Alice Reitz (Makkabi Deutschland), Michaela Schlett (LeiQ-leben mit Querschnittlähmung in Leipzig) gab einen ersten Einblick zu Hürden, Chancen und Zielen von Diversität im organisierten Sport.
Abende der Begegnung: Preisverleihung der dsj und Begrüßung durch die Stadt Leipzig
Nebst World-Café zur Diversity-Strategie, Workshops und Gallery Walk zur Vorstellung unterschiedlicher Vereine und Projekte, waren auch die Abende von besonderen Begegnungsmöglichkeiten geprägt: Zum einen fand im Rahmen des Fachforums die Preisverleihung „(M)Ein Verein gegen Rassismus“ des Projekts „(Anti-)Rassismus im organisierten Sport“ der dsj und des DOSB statt. Aus über 70 Vereinen hatte die Jury 20 Vereine zu Preisträger*innen gekürt. Auf der Veranstaltung konnten die ersten drei Plätze (SSV Buer 07/28 e.V., Athletic Sonnenberg e.V. und AS-KA-DO e.V.) sich über die persönliche Übergabe der Preisgelder freuen. Der Freitagabend fand im tropischen Rahmen mit freundlicher Unterstützung der Stadt Leipzig im Gondwanaland des Leipziger Zoos statt. Sportbürgermeister Heiko Rosenthal unterstützte in seinem Grußwort die Bestrebungen des DOSB, sich für die Ausrichtung der olympischen und paralympischen Spiele zu bewerben.
Drei Fachforen, ein Ziel: Ein starkes Zeichen für Vielfalt im Sport setzen
„Mit dem gemeinsamen Fachforum wollen wir Synergien zwischen den Themen der Charta der Vielfalt schaffen. Wir schaffen den Boden dafür, um voneinander zu lernen, uns gegenseitig für Handlungsfelder und Perspektiven zu sensibilisieren und wir bilden Allianzen, um gemeinsam Teilnahme und Teilhabe am Sport für ALLE zu ermöglichen“, so Michaela Röhrbein mit Blick auf die drei Fachforen.
Beim Fachforum Inklusion tauschten sich 50 Expert*innen über die Umsetzung von Inklusion in den Verbänden aus. Schwerpunkte waren das Monitoring 2024, politische Forderungen des DOSB sowie die Entwicklung von inklusiven Projektideen. Der Blick in die Zukunft zeigt: regelmäßige Austauschformate sind wichtig und sollen ermöglicht werden!
Das Fachforum Integration begrüßte ca. 80 Teilnehmende und gab neben einem Blick zurück auf die Projekte und Aktionen im Jahr 2024 die Möglichkeit, die neue Programmleitung des Bundesprogramms, Bianca Tamadon, kennen zu lernen. Ein anschließendes World-Café ermutigte alle Teilnehmer*innen, ihre Ideen und Ansätze zu Themen wie Kooperationen, Teilhabe, Beratung, Vielfalt und vor allem die Zukunft des Bundesprogramms zu teilen.
Im Fachforum Frauen, Vielfalt und Geschlechtergleichstellung diskutierten ca. 60 Teilnehmer*innen über Themenschwerpunkte der kommenden 12 Monate - u.a. Frauen in Führungspositionen, Diversity und LGBTIQ* - und konkrete Unterstützungsbedarfe, sowie über die Ausgestaltung der konstruktiven Zusammenarbeit. In der abschließenden Konferenz für Frauen, Vielfalt und Geschlechtergleichstellung beschlossen die Vertreter*innen der Mitgliedsorganisationen u.a. einen gemeinsamen Antrag, der Demokratie durch Frauen, Vielfalt und Geschlechtergleichstellung im Sport stärken soll.
Das Fachforum: Möglich durch ein starkes Netzwerk für Diversity im Sport
Das Fachforum Diversity fand in Kooperation mit den Landessportbünden Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, sowie dem Programm „ReStart - Sport bewegt Deutschland“ statt und wurde u.a. unterstützt vom Bundesprogramm Integration durch Sport, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration/ der Beauftragten der Bundesregierung für Antirassismus, der Deutschen Sportjugend, der Aktion Mensch und der Stadt Leipzig. Wir bedanken uns herzlich bei allen Partner*innen für ihre Unterstützung!
(Quelle: DOSB)
5 Fragen an Tahera Ameer
Teil 8 im Rahmen des Internationalen Tages der Demokratie mit Tahera Ameer, Vorständin der Amadeu Antonio Stiftung. Ihre Themenschwerpunkte sind Antisemitismus, Rassismus, Antifeminismus.
Beim Thema Sport und Menschenrechte denke ich zuerst an…
Menschenrechtsverletzungen. An Ausbeutung, Diskriminierung und Ausgrenzung bei Großereignisse wie Olympia, Fußball-WM und EM, aber auch im Breitensport. Ich denke an sexualisierte Gewalt in Abhängigkeitsverhältnissen zwischen Trainer*innen und Sportler*innen. Ich denke daran, wie sehr die Opfer und Überlebenden von Menschenrechtsverletzungen im Sport um Gehör kämpfen müssen, und daran, wie diametral das zu den Werten steht, die der Sport für sich in Anspruch nimmt. Sport will eine integrative und demokratiefördernde Funktion haben, muss diesem Anspruch aber auch gerecht werden.
Ich bin Mitglied im DOSB-Menschenrechtsbeirat, weil…
ich diese Defizite benennen will und einen Beitrag dazu leisten möchte, dass es den verantwortlichen Akteur*innen im Sport besser gelingt, den Ansprüche und Werten, die der Sport an sich selbst stellt und in sich trägt, besser gerecht zu werden.
Was bedeutet eine stabile Demokratie in Zeiten aktueller Krisen und Herausforderungen für Sie?
Resiliente Institutionen und Rechtsstaatlichkeit, Schutz der Grundrechte, ernsthafte Sozialpolitik und eine Politik, die wirklich gestaltet und Konflikte als ein wesentliches Moment jeder funktionierenden Demokratie begrüßt und offensiv austrägt, dabei aber nie ihre Werte über Bord wirft. Eine Demokratie ist immer nur so gut, wie sie in der Lage ist ihre Minderheiten zu schützen. Daran muss sie sich messen.
75 Jahre Grundgesetz und 34 Jahre Deutsche Einheit, welche Spannungen und Unterschiede merken Sie zwischen Ost und West?
Wenn ich mit Westdeutschen spreche, bekomme ich oftmals das Gefühl, dass Ostdeutschland auf einem anderen Stern liegt. Die Situation in Ostdeutschland scheint die Westdeutschen in der Mehrzahl weder zu betreffen noch zu berühren. Die Wahlen machen deutlich, dass die demokratische Kultur in Ostdeutschland massiv beschädigt ist und menschenverachtende und demokratiefeindliche Positionen geteilt und legitimiert werden. Nicht nur brauchen wir eine uneingeschränkte Unterstützung derjenigen, die unter großen Gefahren für den Erhalt demokratische Kultur kämpfen, sondern auch ein gemeinsames Ringen für eine Gesellschaft, die an Demokratie und Menschenrechten interessiert ist. Es ist nämlich die gesamtdeutsche Demokratie, die auf dem Spiel steht.
Wie kann aus Ihrer Sicht der Sport zur Förderung der Demokratie beitragen?
Sport begeistert, animiert, emotionalisiert und verbindet Menschen. Doch Sport gibt es auch in Diktaturen. Das zeigt, dass er sehr unterschiedlich gerahmt werden kann. Die im Sport angelegten Werte und Ideale im Umgang miteinander wie Toleranz, Fairplay, Teamgeist, Verlässlichkeit und Engagement sind aber sehr geeignet, den Versprechen des Grundgesetzes zur Geltung zu verhelfen. Und darauf kommt es an: Sport hat ein riesiges Potenzial und Sportler*innen, Vereine und Verbände können einen sehr großen Unterschied machen, wenn sie sich engagieren, weil sie eine große Vorbildungsfunktion haben. Sport kann vorleben und zeigen, wie wichtig Teilhabe und Anerkennung ist und vor allem: wie gut sich das anfühlt.
(Quelle: DOSB)
Menschenrechte gelten für Alle! Wusstest Du, dass der der Internationale Tag der Demokratie erst 2007 von den Vereinten Nationen ausgerufen wurde und die Verteidigung und Förderung der Demokratie hat? Durch die Demokratie sollen die Werte der Gesellschaft gefördert werden und es sind Rechte wie Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und Pressefreiheit zu einem Selbstverständnis geworden. Aber Demokratie ist nicht selbstverständlich!
Für mehr Information, welche Rechte für Dich gelten und was sie mit dem Sport zu tun haben, schau vorbei unter: https://www.dosb.de/ueber-uns/sport-und-menschenrechte



