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Wo Sport verbindet, entsteht Integration

Seit über drei Jahrzehnten zeigt das Bundesprogramm „Integration durch Sport“, was Sport leisten kann: Zugehörigkeit schaffen, Teilhabe ermöglichen, Demokratie erlebbar machen. Zum 20-jährigen Bestehen des DOSB lohnt ein Blick auf ein Programm, das Integration nicht verspricht, sondern lebt - jeden Tag, in tausenden Vereinen bundesweit. 

Ein Trainingsabend in einer Sporthalle irgendwo in Deutschland: unterschiedliche Sprachen, verschiedene Lebensgeschichten - und eine gemeinsame Regel: Fair Play. Was hier passiert, nennen wir oft „Integration“. Tatsächlich ist es das, was Sport seit jeher ausmacht: Menschen zusammenzubringen. Denn Integration geschieht im Sport, im Verein vor Ort oft „nebenbei“ und zeigt uns, dass Integration kein erklärtes Ziel sein muss, sondern das Ergebnis gemeinsamen Handelns ist. Genau darin liegt die Kraft des gemeinsamen Sporttreibens.  

Integration als Chance 

Der DOSB versteht Sportvereine deshalb nicht nur als Orte der Bewegung, sondern als soziale Infrastruktur. In einer Zeit gesellschaftlicher Polarisierung, wachsender Vielfalt und zunehmender Herausforderungen für den Zusammenhalt ist diese Rolle wichtiger denn je.  

Mit dem Bundesprogramm „Integration durch Sport“ wurde diese Haltung früh institutionell verankert. Das Programm wird vom DOSB gesteuert, durch das Bundesministerium des Innern und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert und über die 16 Landessportbünde bundesweit umgesetzt. So entsteht ein starkes Netzwerk, das nah an den Menschen arbeitet und zugleich bundesweit wirkt. 

Ein System, das trägt - vom Verein bis zur Bundesebene 

Herzstück von IdS sind die ca. 1.400 geförderten Vereine in ganz Deutschland. Sie bieten Sportangebote für Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte und schaffen niedrigschwellige Zugänge in das Vereinsleben. Begleitet werden sie von den IdS-Teams in den Landessportbünden, die beraten, qualifizieren und vernetzen. Der DOSB sorgt für die bundesweite Koordination, während die Förderung durch den Bund verlässliche Rahmenbedingungen schafft. Dieses Zusammenspiel aus Ehrenamt und Hauptamt ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Jahr für Jahr setzen IdS-Vereine über 4.000 integrative Maßnahmen um - von Trainingsangeboten über Bildungsformate bis hin zu Begegnungsprojekten in den Kommunen. 

Mehr als Sport: Wirkung für Gesellschaft und Demokratie 

Studien und die langjährige wissenschaftliche Begleitung des Programms zeigen: Sportvereine leisten weit mehr als sportliche Betätigung - sie sind soziale Infrastruktur. Sie fördern Sprachpraxis, bauen Berührungsängste ab und vermitteln demokratische Werte durch gemeinsame Regeln und zivilgesellschaftliches Engagement. Fast 40 Prozent der IdS-Vereine unterstützen ihre Mitglieder auch über den Sport hinaus - etwa bei Hausaufgaben, Behördengängen und der Sprachförderung. 

Diese Arbeit wirkt präventiv gegen Ausgrenzung und stärkt die Zugehörigkeit auf allen Seiten. In der überwiegenden Mehrheit der IdS-Vereine konnten Vorurteile und Ängste abgebaut werden. Gleichzeitig profitieren auch die Vereine selbst: Vielfalt macht sie attraktiver und zukunftsfähiger. Allein im Jahr 2024 gewannen IdS-Vereine über 35.000 neue Mitglieder, fast die Hälfte davon mit Migrationsgeschichte. 

Doch Gesellschaftlicher Wandel ist nicht konfliktfrei. Debatten um Geschlechtergerechtigkeit, Vielfalt und Teilhabe verlaufen zunehmend polarisierend. Mit Qualifizierungsmaßnahmen wie „Fit für die Vielfalt“ stärkt IdS Vereine und Engagierte darin, Haltung zu zeigen und zugleich handlungsfähig zu bleiben. Denn Vielfalt braucht nicht nur Offenheit, sondern auch Kompetenzen im Umgang mit unterschiedlichen Lebensrealitäten. 

Warum eine gesicherte Förderung den Unterschied macht 

Integration braucht Zeit, Vertrauen und verlässliche Strukturen, gerade in gesellschaftlich herausfordernden Zeiten. Kurzfristige Förderlogiken oder finanzielle Kürzungen gefährden das, was über Jahre aufgebaut wurde. Sie schwächen Engagement, brechen Netzwerke auf und erschweren langfristige Planungen, gerade dort, wo Stabilität besonders wichtig ist. 

Die Förderung von „Integration durch Sport“ ist deshalb mehr als eine Haushaltsentscheidung des Bundes. Sie ist ein politisches Signal und trägt zur Gestaltung einer offenen Gesellschaft bei. Jeder in das Programm investierte Euro stärkt nicht nur Vereine, sondern die soziale Infrastruktur in Städten und Gemeinden.  

Eine nachhaltige Förderung sichert diese Wirkung langfristig - und macht Integration im und durch den Sport verlässlich möglich. 

Der olympische Winter beginnt: Spiele von Mailand Cortina 2026 eröffnet

Gastgeber Italien feierte den Start der Spiele mit einer Premiere: Erstmals fand die Zeremonie zeitgleich an mehreren Standorten statt. Hauptbühne war das Stadion San Siro in Mailand, parallel wurden in Cortina d’Ampezzo, Predazzo und Livigno weitere Eröffnungsfeiern umgesetzt. Um 23.27 Uhr wurde die olympische Flamme zeitgleich in Mailand und Cortina entzündet. Olympiasieger und Skirennläufer Alberto Tomba sowie Olympiasiegerin und Skirennläuferin Deborah Compagnoni entzündeten die olympische Flamme in Mailand. In Cortina d’Ampezzo übernahm diese Aufgabe Olympiasiegerin und Skirennläuferin Sofia Goggia.

Angeführt vom Fahnenträger-Duo Leon Draisaitl (30/Edmonton Oilers) in Mailand und Katharina Schmid (29/SC Oberstdorf) in Predazzo zog Team Deutschland ein. Insgesamt nahmen 130 Athlet*innen von Team D an den verschiedenen Zeremonien teil. Team Deutschland lief gemäß olympischer Tradition, angeführt von den griechischen Athlet*innen, in alphabetischer Reihenfolge des Gastgeberlandes als 32. Nation hinter Georgien und vor Jamaika ein.

Der Startschuss für Mailand Cortina 2026

Der Countdown geht in den Endspurt! An diesem Freitagabend um 20 Uhr starten mit der Eröffnungsfeier die 25. Olympischen Winterspiele. Gastgeber ist Italien, das die Wettkämpfe über fünf Cluster (Mailand, Cortina d’Ampezzo, Predazzo/Tesero, Livigno/Bormio und Antholz) verteilt. 

Rund 2900 Athlet*innen gehen in Norditalien an den Start, deutlich mehr als 2018 in Pyeongchang (Südkorea), das mit 2922 Teilnehmenden bis dato die Bestmarke hält. Nach der Aufnahme von Skibergsteigen sind erstmals acht Sportarten Teil des Olympiaprogramms. In 16 Disziplinen stehen 116 Entscheidungen an. Das Team Deutschland ist mit 185 Athlet*innen vor Ort.