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„Es geht im Verein um Sport, aber es geht doch auch um vieles mehr!“

Sportvereine sind zentrale Orte für Zusammenhalt, Gesundheit und Engagement. Der Bundespräsident würdigt die rund 86.000 Vereine und 29 Millionen Mitgliedschaften als „riesigen Schatz“ für das Land. Ehrenamtliche tragen maßgeblich dazu bei, dass Begegnung, Bewegung und Gemeinschaft täglich gelebt werden. Zugleich wird deutlich: Um diese Leistungen sichtbar zu machen und die Zukunft des Vereinssports zu sichern, braucht es mehr Anerkennung und bessere Rahmenbedingungen.

„Kein Job der Welt gibt dir das, was der Sport geben kann“

Manchmal nervt es schon, da ist Grit Jurack ehrlich. „Das Training mit den Kindern ist die schöne Seite. Anstrengend wird es, wenn wir die Eltern davon überzeugen müssen, wieviel Arbeit das ist, und dass wir auf ihre Unterstützung angewiesen sind. Oft müssen wir die Eltern dahingehend erziehen, dass Werte wie Disziplin und das Einhalten von Verpflichtungen unerlässlich sind, wenn man einen Teamsport betreibt“, sagt die 48-Jährige, die beim TSV Glücksburg 09 als ehrenamtliche Handballtrainerin mehrere Jugendteams anleitet. Ihr Rezept, um ausreichend Unterstützung zu erhalten, klingt einfach, kann aber in der Umsetzung oft quälend lang dauern: „Ich höre einfach nicht auf zu fragen, bis ich jemanden finde, der es macht“, sagt sie.

Mit 306 Länderspielen ist die gebürtige Leipzigerin, die ihre Karriere 2012 wegen eines schweren Knorpelschadens in der Schulter beenden musste, bis heute Rekordnationalspielerin des Deutschen Handball-Bundes (DHB). Ein Status, auf den sie sich nichts einbildet. „Kinder denken doch nicht darüber nach, wer ich bin oder was ich mal erreicht habe. Die interessiert, was wir als Nächstes im Training üben“, sagt sie. Beim TSV trainiert sie den Sohn des Bundesligacoaches Nicolej Krickau, der aktuell die Füchse Berlin betreut. „Nicolej hat meinem Team mal erzählt, dass ich früher selbst ganz anständig Handball gespielt habe, da waren alle völlig überrascht“, erzählt sie und wirkt dabei ein wenig peinlich berührt, so als hätte jemand ein Geheimnis ausgeplaudert, das sie unbedingt im Verborgenen belassen wollte.

Einstieg in den Trainerjob über Betreuung der eigenen Kinder

Dabei ist die 1,86 Meter große Linkshänderin, die zu ihrer aktiven Zeit im rechten Rückraum zu Hause war, ein perfektes Beispiel dafür, wie ehemalige Spitzenathletinnen und -athleten nach der Karriere ihre Erfahrungen und auch ihre Begeisterung an die nachfolgenden Generationen weitergeben können. „Ich wünschte, dass es viel mehr solcher Beispiele gäbe. Natürlich hat nicht jeder nach der Karriere die Zeit, ein Ehrenamt im Sport zu übernehmen. Aber ich kann es wirklich nur allen empfehlen. Auch wenn es oftmals anstrengend ist und viel Zeit in Anspruch nimmt, macht es wahnsinnig viel Spaß, mit den Kindern und Jugendlichen zu arbeiten“, sagt sie.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael Döring, der Athletiktrainer beim Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt ist, betreut Grit Jurack eine männliche C-Jugend, die sie nach dieser Saison allerdings abgibt und stattdessen mit einer F-Jugend neu startet. Ihr Einstieg in den Job als Trainerin war, wie so häufig, die Betreuung der eigenen Kinder. „Als unser älterer Sohn, der jetzt 16 Jahre alt ist und Fußball spielt, sechs Jahre alt war, habe ich zum ersten Mal Training für die Kleinen angeboten“, erinnert sie sich. Wenn sie sich mit ihren Teams darüber unterhält, welche Erlebnisse die Erinnerungen an die Jugendzeit im Sport prägen, dann sind es keine Meisterschaften oder Siege, sondern die privaten Beziehungen, die dadurch entstehen, Teil einer Gemeinschaft zu sein. „Das zeigt mir immer wieder, wie wichtig es ist, dass wir diese Gemeinschaft erhalten.“

Auftakt zur Sportmilliarde: So werden die Gelder verteilt

Am 22. April hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die geförderten Projekte des ersten Teils des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS I) bekanntgegeben. 314 Sportstätten, Schwimmbäder und Vereinsheime in zahlreichen Kommunen Deutschlands dürfen sich über eine Förderung des Bundes freuen, mit der die Sanierung oder Modernisierung ihrer Projekte mit bis zu 45 Prozent der Gesamtkosten bezuschusst werden.

Der DOSB hat die Liste der geförderten Projekte analysiert. Hier erfahrt ihr, was genau gefördert wurde, wie hoch die durchschnittliche Fördersumme ist und welches Bundesland besonders oft berücksichtigt wurde.