Zwei Stars, ein Ziel: Die Boom-Disziplin zum EM-Gold führen
Die deutsche Leichtathletik hat in den vergangenen Monaten so einige Geschichten geschrieben, die es rechtfertigen, mit großer Vorfreude und ebensolcher Titelhoffnung auf die Europameisterschaften zu schauen, die vom 10. bis 16. August in der mittelenglischen Stadt Birmingham ausgetragen werden. Es gibt jedoch keine andere Disziplin, in der die Medaillenträume so gleichmäßig auf die Geschlechter verteilt sind wie im 3.000-Meter-Hindernislauf. Wie passend also, dass sich die beiden Mittelstreckenstars, die die nationalen Rekorde über diese Distanz halten, in der Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt zu ausführlichen Mediengesprächen stellten, um den Boom zu ergründen und ihre Zielstellungen zu untermauern.
Dass es einen Boom gibt, darin sind sich Gesa Felicitas Krause und Frederik Ruppert einig. Auch wenn Frederik, der Ende Mai beim Diamond-League-Meeting in Rabat (Marokko) als erster Europäer die magische Acht-Minuten-Marke knackte und in 7:57,80 Minuten den Europarekord pulverisierte, ihn nicht auf seine Disziplin beschränken würde. „Grundsätzlich sehe ich, dass viele deutsche Leichtathleten in den vergangenen Jahren deutliche Leistungssteigerungen erreichen konnten. Die Trainingsmethodik und das Material haben sich so sehr verbessert, dass körperliche Voraussetzungen nicht mehr die entscheidende Rolle spielen“, sagt der 29-Jährige von der LAV Stadtwerke Tübingen. Und bessere Leistungen sorgten dafür, dass die Konkurrenz mitgezogen würde. „2025 war es zum Beispiel Mo Abdilaahi, der uns mit seinem deutschen Rekord über 5.000 Meter inspiriert hat“, sagt er. Gesa, die für den Verein Silvesterlauf Trier an den Start geht, sieht das ähnlich. „Konkurrenz belebt nun einmal das Geschäft, und je mehr starke Leute wir haben, desto besser. Das ist auf den 3.000 Meter Hindernis aktuell sehr gut zu beobachten“, sagt die 33-Jährige, die 2019 in Doha (Katar) in 9:03,30 Minuten den aktuell geltenden deutschen Rekord aufstellte.
Gesa holt überzeugend den deutschen Meistertitel
Bei den deutschen Meisterschaften am 25./26. Juli in Bochum-Wattenscheid wurde das vor allem im Frauenrennen deutlich. Gesa Krause siegte in Meeting-Rekordzeit von 9:24,40 Minuten. Hinter ihr reihten sich drei weitere Titelträgerinnen der vergangenen vier Jahre ein: ihre Vereinskollegin Olivia Gürth (24/9:27,08), Lea Meyer (28) vom VfL Löningen in 9:30,96 und Adia Budde (21/LAV Stadtwerke Tübingen) in 9:43,41. Dagegen musste das deutsche Topduell bei den Männern ausfallen. Während Karl Bebendorf (30) vom Dresdner SC über seine Stammstrecke trotz eines Sturzes in 8:21:01 Minuten seinen siebten DM-Erfolg feierte, zog Ruppert den Härtetest über die flachen 5.000 Meter vor und gewann dort dank seiner immensen Spurtstärke nach einem Bummelrennen in 14:08,18 Minuten. „Das war schon gut so“, sagte Bebendorf, den mit Ruppert eine dicke Freundschaft verbindet, „es reicht, wenn wir dann bei der EM aufeinandertreffen.“
TAFISA European Sport for All Games – Was steckt dahinter?
Was sind die TAFISA European Sport for All Games?
Die TAFISA European Sport for All Games sind das europäische Festival für Breitensport und traditionelle Spiele und Sportarten. Die Veranstaltung stellt Bewegung, Teilhabe, Begegnung und kulturellen Austausch in den Mittelpunkt und macht den Sport für Menschen jeden Alters erlebbar. Das Festival wird von der Limerick Sports Partnership gemeinsam mit dem Weltbreitensportverband TAFISA ausgerichtet.
Wann findet das Festival statt?
Die TAFISA European Sport for All Games finden 2026 in ihrer dritten Ausgabe in Limerick, Irland, statt. Die Veranstaltung läuft vom 7. bis 10. August. An verschiedenen Orten in Limerick können Besucher*innen traditionelle Sportarten und Spiele kennenlernen, Vorführungen erleben und zahlreiche Angebote selbst ausprobieren.
Welche Sportarten und Spiele sind mit dabei?
Das Programm umfasst rund 50 Sportarten und Spiele aus ganz Europa. Dazu gehören unter anderem:
- Fassrollen
- Gymnastik
- Hufeisenwerfen
- Pétanque (Boule-Spiel)
- Serbisches Ringen
- Tamburello
- Tanz
- Tauziehen
Vorführungen und Mitmachangebote laden Interessierte dazu ein, die unterschiedlichen Sportarten und Spiele selbst auszuprobieren.
Wer kann teilnehmen?
Die Spiele richten sich ausdrücklich an Menschen jeden Alters. Familien, Kinder und Jugendliche, ältere Menschen, Vereine und Gemeinschaftsgruppen sind eingeladen, die Angebote kennenzulernen und selbst aktiv zu werden.
Außerdem wurden Sportvereine dazu aufgerufen, Teil der Veranstaltung zu werden und traditionelle Sportarten oder Spiele aus ihren Ländern zu präsentieren. Auch deutsche Sportvereine konnten sich darum bewerben.
Wer ist für die deutsche Delegation dabei?
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entsendet eine Delegation nach Limerick, um Sportdeutschland mit traditionellen Sportarten und Breitensportangeboten zu repräsentieren.
Nach abgeschlossener Bewerbungsphase fiel die Entscheidung auf den SV Oberelspe e.V. Die Garde- und Showtanzgruppe „Grüne Funken Oberelspe“ reist mit acht Personen unter dem Slogan „Unser Tanz erzählt Tradition. Unsere Reise führt nach Irland“ zu dem Festival in Limerick.
Was ist das Ziel des Festivals?
Die European Sport for All Games wollen zeigen, dass Sport und Bewegung allen Menschen offenstehen, unabhängig von Alter, Leistungsniveau oder sportlichem Hintergrund.
Im Mittelpunkt stehen die Begegnung von Menschen und Kulturen, die Förderung von Bewegung und Teilhabe sowie die Bewahrung und Vermittlung traditioneller Sportarten und Spiele. Die verschiedenen europäischen Delegationen geben Einblicke in ihre Sport- und Bewegungskultur und laden Besucher*innen zum Mitmachen ein.
Damit leistet das Festival einen Beitrag zu einer aktiven, inklusiven und lebendigen Sportkultur und macht zugleich das gemeinsame europäische Kulturerbe traditioneller Sportarten und Spiele sichtbar.
Weitere Informationen rund um das Festival gibt es hier.
Sportabzeichen mit den Kleinsten: Warum Bewegung Kinder stark macht
Schon kurz nach 8.30 Uhr herrschte oberhalb des Seeparkstadions bei Sonnenschein reges Treiben. Kinder einer Kita-Gruppe des Kinder- und Familienzentrums Sprungbrett in Freiburg rannten, balancierten, sprangen und lachten. Doch statt Leistung und Bestzeiten standen bei den Kleinsten Abenteuer und Fantasie im Mittelpunkt. „Wir begleiten den Hasen Hoppel und den Igel Bürste auf ihrem Weg durch den Eichenwald zu ihrer Freundin Frau Eule. Sie hat heute Geburtstag. Unterwegs warten spannende Abenteuer auf uns, aber gemeinsam schaffen wir das“, rief Sina Müksch von der Badischen Sportjugend den Kindern zu.
Was folgte, war das Mini-Sportabzeichen mit Hoppel und Bürste. Ein Bewegungsangebot für Drei- bis Sechsjährige, das spielerisch die Freude an Bewegung vermittelt. Die Kinder meisterten verschiedene Bewegungsabläufe und körperliche Herausforderungen. Ganz nebenbei schulten sie wichtige motorische Fähigkeiten in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. „Es motiviert Kinder und ist in eine Bewegungsgeschichte eingebettet. Daran haben sie Spaß und können sich ausprobieren“, erklärt Studentin Müksch, die bei der Badischen Sportjugend Freiburg ihr Praxissemester absolviert und dort insbesondere für das Mini-Sportabzeichen zuständig ist. „Am Ende bekommen alle eine Urkunde und einen Anstecker, das motiviert zusätzlich und alle gehen mit einem Lächeln nach Hause.“


