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Bundeskabinett stimmt Entwurf des Sportfördergesetzes zu

Auf dem Weg, die Leistungssportförderung in Deutschland wieder auf Weltspitzenniveau zu führen, sind Politik und organisierter Sport am Mittwoch ein weiteres Stück vorangekommen. Der in den vergangenen Wochen erheblich überarbeitete Entwurf eines Sportfördergesetzes aus dem Bundeskanzleramt passierte auf der Sitzung in Berlin das Bundeskabinett und kann nun die nächsten notwendigen Schritte in Richtung Gesetzblatt in Angriff nehmen. Die zuständige Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Dr. Christiane Schenderlein, sagte in ihrer Stellungnahme: „Mit dem Sportfördergesetz bringen wir bereits im ersten Jahr dieser Legislatur eine der zentralen Reformen für den deutschen Spitzensport auf den Weg. Das ist ein Meilenstein. Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Leistungsfähigkeit des deutschen Spitzensports stärken!“

Um dieses Ziel zu erreichen, hatte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) als erster Ansprech- und Verhandlungspartner der Politik nach dem Erstentwurf im Herbst eine Reihe an optimierungsbedürftigen Punkten identifiziert, in einer ausführlichen Stellungnahme kommuniziert und in vertrauensvollen Gesprächen mit dem Bundeskanzleramt auf deren Umsetzung gedrängt. Das Gros dieser rund 20 Maßnahmen zur Verbesserung ist nun im Gesetzentwurf berücksichtigt; so ist zum Beispiel die Autonomie des Sports im Gesetzestext manifestiert, die Auswahl der zentralen Position der Agenturvorstände ist eine gemeinsame Entscheidung von Bundeskanzleramt und organisiertem Sport. Dennoch gibt es weiterhin Konfliktpotenzial, das spätestens in der Parlamentsbefassung zur Sprache kommen muss. „So bietet die fehlende Augenhöhe zwischen Politik und Sport im Stiftungsrat, dem wichtigsten Aufsichtsgremium der geplanten Leistungssportagentur, Anlass zur Sorge, dass die Politik letztlich den einfachen Weg wählt und Entscheidungen ohne Absprachen trifft, einfach weil sie die Macht dazu hat“, sagte Otto Fricke, Vorstandsvorsitzender des DOSB, „der heutige Tag ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Jetzt müssen wir aber auf dem Weg bleiben und nicht auf politische Abwege geraten.“

Thomas Weikert, Präsident des DOSB, sagte: „Deutschlands Spitzensportlerinnen und Spitzensportler sind international konkurrenzfähig - unsere Förderung ist es leider bislang nicht. Der heute von der Bundesregierung beschlossene Entwurf für ein Sportfördergesetz ist deshalb ein wichtiger Schritt hin zu einem modernen Spitzensportsystem und einer leistungsfähigen Leistungssportagentur, und wir bedanken uns beim Bundeskanzleramt für die konstruktiven Gespräche der vergangenen Wochen. Allerdings bleiben auch weiterhin zentrale Spielräume ungenutzt. Wir brauchen: echte Augenhöhe zwischen Sport und Politik, unabhängige Agenturvorstände und weniger Bürokratie.“

Fünf Learnings aus dem Dialogforum Sportentwicklung 2026

Ein voller Hörsaal, konzentrierte Diskussionen und spürbare Aufbruchstimmung: Auf dem Dialogforum Sportentwicklung kamen am 18. März im Campus Westend der Frankfurter Goethe-Uni knapp 500 Menschen aus Vereinen, Verbänden und Politik zusammen, um die Zukunft des organisierten Sports nicht nur zu diskutieren, sondern gemeinsam weiterzudenken. Unter dem Motto „Weil ihr es seid - Sport. Verein. Stärken.“ wurde sehr greifbar, wie groß der Wille ist, Verantwortung zu übernehmen, Perspektiven zu weiten und Veränderung aktiv zu gestalten. Die Breite der Themen - von barrierefreien Sportstätten über Ehrenamt, Physical Literacy und Vielfalt bis zur Zielstruktur 2035 und zum Breitensport der Zukunft - hat gezeigt, wie umfassend Sportentwicklung heute verstanden werden muss.

1. Mittelknappheit ist real - und sie verlangt klügere Strukturen

Die finanzielle Lage bleibt angespannt. Aber das Dialogforum hat sehr klar gezeigt: Nicht allein die Höhe der Mittel entscheidet, sondern auch ob sie klug, wirksam und zukunftsgerichtet eingesetzt werden. Weniger Bürokratie, smarter genutzte Sportstätten, digitale Verwaltungsstrukturen und Investitionen dort, wo viele Menschen erreicht werden, sind zentrale Hebel. Knappheit darf den Sport nicht kleiner machen - sie muss ihn innovativer, kooperativer und strategischer machen. 

2. Ziele sind dann stark, wenn sie Bewegung auslösen

Die DOSB-Ziele 2035 waren auf dem Dialogforum nicht bloß Folie oder Fernziel, sondern gemeinsamer Arbeitsauftrag. Genau darin liegt ihre Stärke: Sie geben Richtung, schaffen Handlungsklarheit, machen Fortschritt messbar und bündeln Energie für den Weg nach vorn. Entscheidend ist nicht, dass von Beginn an alles perfekt ist. Entscheidend ist, dass wir loslaufen, Verantwortung übernehmen und Wirkung Schritt für Schritt sichtbar machen. 

Fachforen Sportentwicklung – einen Blick auf den Sport der Zukunft

„Bei politischen Entscheidungen und Maßnahmen zur Bewegungsförderung ist dringend der organisierte Sport als größter Bewegungsanbieter mitzudenken.“ So eröffnete Dr. Mischa Kläber, Leiter des Ressorts Breiten- und Gesundheitssport im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), eines der sieben Fachforen, die im Rahmen des 2. Dialogforums Sportentwicklung in den Gebäuden des Campus Westend der Goethe-Universität in Frankfurt am Main stattfanden. 

Weit mehr als 300 Personen kamen auf Einladung des DOSB am Donnerstagmorgen im Plenargebäude zusammen. Die Fachforen zu den Themen Bildung, Breiten- und Gesundheitssport, Ehrenamt, Geschlechtergleichstellung, Inklusion, Integration und Sportstätten starteten um 9.00 Uhr mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Bestandsaufnahmen.