Die Bedeutung des Leistungssports in Deutschland
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) begrüßt gemeinsam mit Athleten Deutschland die Veröffentlichung erster Ergebnisse des vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) geförderten Forschungsprojekts „Gesellschaftliche Bedeutung des Spitzen- und Leistungssports in Deutschland (GUIDE)“.
Das Projekt untersucht den gesellschaftlichen Nutzen des Spitzen- und Leistungssports in unterschiedlichen Wirkungsfeldern. Im Fokus stehen sowohl die Erwartungen der Bevölkerung als auch empirisch belegbare Wirkungspotenziale. Ziel ist es, vielfach angenommene Effekte, etwa im Hinblick auf Vorbildfunktion, Wertevermittlung, nationale Identifikation oder internationales Ansehen, systematisch und empirisch zu überprüfen.
Das BISp-Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einer evidenzbasierten Auseinandersetzung mit der staatlichen Leistungssportförderung in Deutschland. Bereits im vergangenen Jahr haben Athleten Deutschland und der DOSB im Rahmen einer repräsentativen SINUS-Studie gesellschaftliche Erwartungen an den Leistungssport und die Spitzensportförderung empirisch erheben lassen. Die im Sommer 2025 veröffentlichten Ergebnisse der SINUS-Studie liefern eine differenzierte Bestandsaufnahme der Wahrnehmung des Leistungssports in der Gesellschaft.
Die nun vorliegenden ersten Ergebnisse des BISp-Forschungsprojekts in Form von Fact Sheets ermöglichen es erstmals, diese gesellschaftlichen Erwartungen den empirisch nachweisbaren Wirkungen des Leistungssports gegenüberzustellen. Damit eröffnen sich für alle Stakeholder weitere Diskursräume, die insbesondere im weiteren Prozess rund um das Sportfördergesetz und die geplante Errichtung einer Spitzensportagentur genutzt werden sollten.
Silbernes Lorbeerblatt für Deaflympics und World Games Athlet*innen
81 Athlet*innen haben sich am 4. Februar 2026, auf Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, in das Schloss Bellevue eingefunden. Die Medaillengewinner*innen der World Games in Chengdu sowie der Sommer-Deaflympics in Tokio wurden mit der höchsten sportlichen Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland, dem Silbernen Lorbeerblatt, gewürdigt.
In seiner Ansprache beschrieb der Bundespräsident die besondere Stimmung der Veranstaltung: „Immer nämlich, wenn ich das Silberne Lorbeerblatt an verdiente Sportlerinnen und Sportler aushändigen darf, habe ich das Gefühl, dass eine besondere Atmosphäre entsteht. Dass ein besonderer frischer Wind durch die Räume weht: eine Mischung aus Freude und Leidenschaft, aus Mut und Einsatzbereitschaft, aus Ausdauer und Selbstüberwindung, aus Selbstbewusstsein und Teamgeist, aus Lust am Wettbewerb und aus Wille zum Gewinnen.“
Gemeinsam mit Christiane Schenderlein, Staatsministerin Sport und Ehrenamt, überreichte Frank-Walter Steinmeier die Auszeichnungen und, gerichtet an die Deaflympics Athlet*innen, betonte er: „Solche sportlichen Leistungen und Erfolge sind sicher auch Ermutigung für andere Gehörlose, sich einem Team oder Verein anzuschließen und sich selber sportlich auszuprobieren und herauszufordern. Die erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler der Deaflympics sind ganz gewiss für andere mit dem gleichen Handicap Motivation und vielleicht auch Vorbild. Gerade deswegen sind ihre Erfolge sozusagen doppelt wichtig und Grund zur Freude für uns alle.“
Der Bundespräsident hob den besonderen Stellenwert der World Games hervor und, „umso schöner finde ich, dass in diesen bedeutenden Spielen die deutschen Mannschaften seit Langem so hervorragend abschneiden – und das in vielen, wenn nicht allen ihren Disziplinen. Dieses Mal, in Chengdu, sind sie so im Medaillenspiegel hinter den gastgebenden Chinesen auf dem zweiten Platz gelandet. Aber in der ewigen Tabelle aus allen bisherigen World-Games-Austragungen belegen sie den ersten Platz.“
Mit der Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes unterstrich der Bundespräsident die Bedeutung der Deaflympics und der World Games sowie der Werte des Sports wie Fairness, Leistungsbereitschaft, Zusammenhalt und gesellschaftliches Miteinander. (Quelle: Bundespräsidialamt)
Para-Biathletin Anja Wicker ist „Sportlerin des Monats“ Januar
Anja Wicker hat ihre starke Saison eindrucksvoll gekrönt: Neben dem Gewinn des Gesamtweltcups feierte die Stuttgarterin einen viel beachteten Heimsieg im Sprint über 7,5 Kilometer im Nordic-Center Notschrei und sammelte darüber hinaus zahlreiche weitere Podestplatzierungen im Biathlon und im Langlauf. Für diese eindrucksvollen Leistungen wählten die von der Sporthilfe geförderten Athletinnen und Athleten Anja Wicker mit 43,2 Prozent zur „Sportlerin des Monats“ Januar.
Anders als bei Medien- oder Publikumswahlen entscheiden bei der Wahl zur „Sportlerin bzw. zum Sportler des Monats“ ausschließlich Deutschlands beste Nachwuchs- und Spitzenathletinnen und
-athleten. Dadurch erhält die Auszeichnung ihre besondere sportliche Wertigkeit. Zu Beginn eines jeden Monats stellt die Sporthilfe den rund 4.000 geförderten Athletinnen und Athleten drei Kandidatinnen oder Kandidaten zur Wahl, die sich im Vormonat durch herausragende Leistungen empfohlen haben. Die Stimmabgabe erfolgt per Online-Voting.
Anja Wicker setzte sich bei der Wahl gegen das Bobteam Lochner (40,3%) und das Rodel-DuoTobias Wendl und Tobias Arlt (18,7%) durch. Johannes Lochner hatte gemeinsam mit seinem Team eine herausragende Saison mit dem Gewinn der Gesamtweltcups im Zweier- und Viererbob gekrönt und sich zudem zusammen mit Anschieber Georg Fleischhauer den Europameistertitel im Zweierbob gesichert. Wendl und Arlt überzeugten mit dem souveränen Gewinn des Europameistertitels im Doppelsitzer in Oberhof und bauten mit ihrem zweiten Weltcupsieg in Folge die Führung im Gesamtweltcup weiter aus - ein deutliches Ausrufezeichen für die olympischen Wettkämpfe in Mailand und Cortina.
Für ihre herausragenden Leistungen waren die Athletinnen und Athleten von der Athletenkommission im DOSB, von SPORT1 und von der Sporthilfe für die Wahl nominiert worden.

