Schulstraße 6, 09577 Niederwiesa

3. European Sport For All Games 2026 in Limerick, Irland - Ausschreibung

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entsendet eine Delegation zur Repräsentation und Vorführung traditioneller Sportarten. 

Bestandteil des Sportprogramms dieser Veranstaltung sind Demonstrationen und Vorführungen von Breitensportvereinen und traditioneller Sportarten. Hinsichtlich des Kriteriums „traditionelle Sportarten“ bestehen keine expliziten Vorgaben oder Einschränkungen.

Die Teilnahme wird bundesweit ausgeschrieben. Der DOSB bittet um Bewerbungen von Sportvereinen bis zum 27. Februar 2026. Teilnahmeberechtigt sind ausschließlich Sportvereine, die einer DOSB-Mitgliedsorganisation angeschlossen sind. 

Das Bewerbungsformular ist online unter folgendem Link verfügbar: https://forms.office.com/e/mXGMSiT72Q 

Ein aussagefähiges Video der sportlichen Darbietung muss Bestandteil der Bewerbung sein. Bitte laden Sie Ihr Video bei einem Filesharing-Service oder einer gängigen Video-Plattform hoch und hinterlegen Sie den Link im Anmeldeformular. 

Der DOSB wählt aus den eingehenden Bewerbungen eine Delegation aus.

Eine nominierte Delegation umfasst bis zu sieben Personen und erhält vom Veranstalter TAFISA folgende Leistungen: Unterkunft, Nahverkehr und Verpflegung für bis zu 7 Personen für 6 Tage und 5 Übernachtungen

Darüber hinaus erhält die nominierte Delegation vom DOSB einen Reisekostenzuschuss bis insgesamt max. 2.500 Euro. 

Die übrigen Aufwendungen einschl. Auslandsreisekrankenversicherungen sind durch die Teilnehmergruppe zu finanzieren. 

Weitere Informationen zu den TAFISA European Sport For All Games 2026 finden Sie unter: https://limericksports.ie/limerick-to-host-european-sport-for-all-games-2026/

Bei Rückfragen erreichen Sie uns unter: tafisa(at)dosb.de 

Download: Ausschreibung

„Magische Spiele“ - mit Mehrwert für ganz Italien

Mit einer farbenfrohen Abschlusszeremonie in der Arena von Verona gingen die Olympischen Winterspiele 2026 am vergangenen Sonntag zu Ende - und damit ein Großereignis, das weit über Medaillen und Rekorde hinauswirkt. Italien nutzte diesen Moment, um sich noch einmal von seiner schönsten Seite zu zeigen: kulturell reich, historisch verwurzelt und zugleich modern, offen und zukunftsorientiert. 

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry lobte die Gastgeber bei der Abschlussfeier und sprach von „wahrhaft magischen“ Spielen, mit denen Italien einen neuen Standard gesetzt habe - sportlich, organisatorisch und gesellschaftlich. Olympische Winterspiele, die nicht nur Athlet*innen und Fans rund um den Globus begeisterten, sondern Impulse für Infrastruktur, Nachhaltigkeit, regionale Entwicklung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt im ganzen Land gaben. 

Die Spiele passen sich dem Gastgeber an - nicht umgekehrt 

Die Olympischen Winterspiele 2026 waren nicht nur die ersten Winterspiele in Europa seit zwanzig Jahren, sondern auch die ersten, die vollständig nach den Vorgaben der Agenda 2020 des Internationalen Olympischen Komitees umgesetzt wurden. Ziel dieser Reformen war es, dass die Olympischen Spiele einen nachhaltigen und langfristigen Mehrwert schaffen. Getreu dem Motto: Die Spiele passen sich dem Gastgeber an. Nicht der Gastgeber den Spielen. 

Ein zentrales Anliegen in Mailand und Cortina d’Ampezzo war die Nachhaltigkeit: Von insgesamt 13 Sportstätten wurden nur zwei neu errichtet - der Eiskanal in Cortina und die Santa Giulia Eishockey Arena in Mailand. Somit waren 85 Prozent der Wettkampfstätten bestehende oder temporäre Anlagen, darunter viele traditionsreiche Wintersportorte. Besonders Livigno, Austragungsort der Ski Freestyle und Snowboard Wettbewerbe ist ein gelungenes Beispiel: Durch Investitionen von mehr als 160 Millionen Euro in Sportanlagen und Infrastruktur wurde nicht nur der Wintersport gestärkt, sondern auch die Voraussetzungen für den Tourismus verbessert. 

Zwei Olympische Dörfer - mit unterschiedlicher Nachnutzung 

An den beiden Hauptstandorten wurden olympische Dörfer errichtet, wobei jeweils unterschiedliche Ansätze verfolgt wurden. In Mailand entstand auf einem ehemaligen Bahngelände dringend benötigter Wohnraum: Neue Wohnblöcke mit viel Grün, Solardächern und nachhaltiger Bauweise bieten nach den Spielen Platz für 1.700 Studierende, einschließlich Cafés, Geschäften und Gemeinschaftsräumen. 

In Cortina wurde hingegen ein mobiles Olympisches Dorf geschaffen. Das Pop-Up-Dorf in den Dolomiten ist vollständig rückbaubar. Die mobilen Wohneinheiten werden künftig an Campingplätzen in ganz Italien weitergenutzt. 

Das Thema Nachnutzung wurde auch als Verbindung zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris aufgegriffen: 24.000 Gegenstände, darunter Möbel, Technik und medizinisches Equipment, wurden aus Paris weiterverwendet.

70 % der Abfälle wurden recycelt, und die Wettkampfstätten nutzten ausschließlich Ökostrom. Auch im Bereich der Schneeerzeugung beschritt Italien neue Wege: Es wurden keine chemischen Zusätze verwendet, der Stromverbrauch konnte um 30 % gesenkt werden und es kam vollständig erneuerbare Energie zum Einsatz. 

Sport als Teil der Verfassung 

Ein bemerkenswertes Vermächtnis der Spiele ist die grundlegende Verankerung des Sports in der italienischen Verfassung: „Die Republik erkennt den Bildungs- und Sozialwert sowie die Förderung des psychophysischen Wohlbefindens durch sportliche Aktivitäten in all ihren Formen an.“ Diese Ergänzung fand 2023 Eingang in die italienische Verfassung und soll den Wert des Sportes in der Gesellschaft unterstreichen. 

Diesem Anspruch wurden die italienischen Organisatoren auch im Vorfeld der Spiele gerecht: Rund fünf Millionen Menschen haben an kommunalen Sportangeboten teilgenommen, und 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche profitieren vom Gen26-Bildungsprogramm, das olympische und paralympische Aktivitäten für Schüler*innen ermöglicht. 

Über 330 Legacy-Projekte wurden in ganz Italien initiiert, mit zwei Hauptzielen: mehr Bewegung für alle sowie nachhaltige lokale wirtschaftliche Entwicklung. Zudem besteht eine Zusammenarbeit mit 20 Universitäten, die neue Sportprojekte fördern. 

Die Wirtschaft profitiert langfristig 

Wirtschaftlich wirkten die Spiele als Motor für das gesamte Land. Studien der Bocconi und Ca’ Foscari Universitäten schätzen, dass sich der Netto-Effekt auf bis zu fünf Milliarden Euro zwischen 2019 und 2031 beläuft. Mehr als 500 Millionen zusätzliche Steuereinnahmen und rund 36.000 neue Arbeitsplätze wurden generiert. 

Bewerbung um die Sommerspiele? 

Auch sportlich bleiben die Spiele den Italiener*innen in bester Erinnerung: Das „Team Italia“ gewann 30 Medaillen - so viele wie nie zuvor bei Winterspielen - darunter zehnmal Gold. Die Begeisterung erfasste das ganze Land: 1,3 Millionen Eintrittskarten wurden verkauft - ein neuer Rekord bei Winterspielen. 

Die Spiele von Milano Cortina haben einen bleibenden Mehrwert für die Menschen in ganz Italien geschaffen  von nachhaltiger Infrastruktur, wirtschaftlichem Aufschwung bis hin zu einer stärkeren Identifikation mit dem Sport.

Italien blickt mit Stolz auf diese Spiele zurück und möchte diese Erfolgsgeschichte fortsetzen, womöglich mit einer neuerlichen Bewerbung um die Spiele. Rom könnte als möglicher Gastgeber für die Sommerspiele ins Rennen gehen. 

Sport mit Haltung - Wo sich der DOSB engagiert

Sport und Werte sind untrennbar miteinander verbunden. Respekt, Fairness, Verantwortung, Gemeinschaft und Toleranz bilden das Fundament des Sports und werden tagtäglich in Sportvereinen gelebt. Als Dachverband des deutschen Sports geht der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) voran und engagiert sich für die Etablierung dieser Werte im Sport und darüber hinaus. 

Vielfalt und Integration 

Sport ist ein wichtiger Motor für Integration. Seit seiner Gründung setzt der DOSB sich für Integration durch Sport ein. Das gleichnamige Bundesprogramm besteht schon seit 1989. Das Ziel ist es gemeinsam mit den 900 Stützpunktvereinen und den 16 Programmleitungen in den Landessportbünden Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund und Geflüchtete anzubieten und darüber hinaus eine vielfältige und offene Sportkultur zu schaffen. Unterstützt wird das Programm von dem Deutschen Bundestag, dem Bundesministerium des Inneren und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Weitere Projekte ergänzen das Programm, darunter:  Fit für die Vielfalt, der IdS-Sonderfonds und das Projekt (Anti-) Rassismus im organisierten Sport gemeinsam mit der deutschen Sportjugend (dsj).

Safe Sport 

Die dsj und der DOSB setzen sich außerdem gemeinsam für einen sicheren Sport ein und zeigen eine klare Haltung gegen (sexualisierte) Gewalt und Machtmissbrauch im Sportumfeld. Unter dem Namen Safe Sport arbeiten sie daran Schutzmaßnahmen wie den Safe Sport Code im organisierten Sport zu etablieren. Das Ziel, Menschen im Sport wirksam vor interpersonaler Gewalt zu schützen, wird auch von den Mitgliedsorganisationen des DOSB tatkräftig verfolgt.

Gleichstellung und Diversität 

Mit Toleranz, Offenheit und Akzeptanz als Grundhaltung im Sport fördert der DOSB Vielfalt und Geschlechtergerechtigkeit im Sport sowie die gleichberechtigte Teilhabe im Sport unabhängig von sexueller Identität, Alter, Religion und Weltanschauung und sozialer Herkunft. Tools, wie der Sport Diversity-Check, ermöglichen Sportvereinen und Sportverbänden eine Selbstreflexion und bieten praxisnahe Tipps und Beispiele, wie Vielfalt aktiv gefördert werden kann.

Inklusion und Teilhabe 

Der DOSB setzt sich darüber hinaus für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderungen ein. Inklusion gilt dabei als der Anspruch die selbstbestimmte, gleichberechtigte und gleichwertige Teilnahme und Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderungen im und durch Sport zu ermöglichen. Durch Netzwerkarbeit, gezielte Umsetzungen, Aufklärung über Fördermöglichkeiten und Projekten, wie Event-Inklusionsmanager*innen im Sport wird Inklusion gezielt gefördert und in den Sportvereinen und Sportverbänden fest verankert.

Nachhaltige Verantwortung

Der Sport trägt durch seinen gesellschaftlichen Stellenwert eine große Verantwortung für nachhaltige Entwicklung. Deshalb setzt sich der DOSB mit zahlreichen Projekten, Aufklärungen und Förderungen in den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit ein. Neben nachhaltige Sportveranstaltungen, Klimaschutz im Sport und nachhaltige Sportstätten zählen dazu auch das Engagement in den genannten sozialen Bereichen oder im Bereich Governacne. Im siebten Teil der Serie haben wir die Entwicklung der Nachhaltigkeit im deutschen Sport und im DOSB genauer beleuchtet.

Demokratie und Menschenrechte

Demokratie und Menschenrechte sind für den Sport essenziell und in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus gerückt. Durch Leitprinzipien wie der DOSB-Menschenrechts Policy und Kampagnen wie Hör auf deinen Sport verankert der DOSB menschenrechtliche Sorgfaltspflichten und die Demokratieförderung fest in seinen Strukturen. Unterstützt wird das wertegeleitete Handeln durch den DOSB-Menschenrechtsbeirat, der Null-Toleranz-Politik im Kampf gegen Doping und der Etablierung von Good Governance im Verband.