DOSB setzt sich für Verbleib der Nordischen Kombination im olympischen Programm ein
„Die Nordische Kombination ist ein traditionsreicher und prägender Bestandteil der Olympischen Winterspiele. Sie steht seit 1924 ununterbrochen im olympischen Programm und verkörpert in besonderer Weise die Vielfalt und Faszination des Wintersports“, sagt DOSB-Präsident Thomas Weikert.
Vor dem Hintergrund der Diskussionen um das Programm der Winterspiele 2030 in den Französischen Alpen betont der DOSB ausdrücklich die weitreichende strukturelle Bedeutung der Disziplin. Die Nordische Kombination ist nicht nur in Deutschland, sondern in zahlreichen Nationen eine zentrale Basis- und Ausbildungsdisziplin für Kinder und Jugendliche. Sie bildet vielerorts das Fundament der Nachwuchsentwicklung im nordischen Skisport. Ein Wegfall aus dem olympischen Programm hätte daher erhebliche Auswirkungen über die Disziplin selbst hinaus. Betroffen wären insbesondere die Strukturen im Langlauf und vor allem im Skispringen, deren Nachwuchsarbeit eng mit der Nordischen Kombination verzahnt ist. Ein Ausschluss würde somit nicht nur eine einzelne Sportart treffen, sondern gewachsene Förder- und Ausbildungsstrukturen in vielen Ländern nachhaltig schwächen.
Was ist eine Gesundheitsfördernde Lebenswelt Sportverein?
Jana Semrau ist seit März 2025 Professorin für Sport, Bewegung und Gesundheitsförderung im Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bremen. Ihr Thema ist die Entwicklung, Umsetzung, Verbreitung und Evaluation von Ansätzen der bewegungsbezogenen Gesundheitsförderung in unterschiedlichen Lebenswelten Sie ist unter anderem gewähltes Mitglied im Sprecherrat der Kommission Gesundheit der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, gewählte stellvertretende Vorsitzende des Fakultätentages Sportwissenschaft und hat als Expertin in der BVPG-Arbeitsgruppe „Bewegung, Sport und Gesundheit“ mitgewirkt. Für den DOSB übernimmt sie die wissenschaftliche Begleitung zur Entwicklung des Themenfeldes „Gesundheitsfördernde Lebenswelt Sportverein“.
Vom Einzelangebot zum ganzheitlichen Ansatz
DOSB: Frau Prof. Semrau, was ist aus Ihrer Sicht eine „gesundheitsfördernde Lebenswelt“ im Sportverein?
Prof. Jana Semrau: Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, weil verschiedene Akteure darunter unterschiedliche Ansätze verstehen. Manche Akteure sehen darunter allein das Angebot von Gesundheitssport in Sportvereinen. Manche gehen weiter und beziehen die gesundheitsfördernden Wirkungen verschiedener Sportarten und Disziplinen - einschließlich der dafür notwendigen Rahmenbedingungen - mit ein. Das umfassendste Konzept geht bis hin zu einem sozial-ökologischen Verständnis von Sportvereinen. Hier gelten Sportvereine als eigene Lebenswelt, in dem der Verein und weitere Akteure gemeinsam beteiligt sind, um mehr als eine gesundheitsbezogene Verhaltensweise oder Thema zu fördern.
Und lassen sich diese Ansätze auf die Sportvereine in Deutschland anwenden?
Alle diese Ansätze enthalten wichtige Elemente passen aber nicht 1:1 auf die Situation der Sportvereine in Deutschland mit ihren bereits vorhandenen unterschiedlichen Aktivitäten im Bereich Gesundheit. Wir haben daher mit Expert*innen aus dem DOSB, seinen Mitgliedsorganisationen und der Wissenschaft ein gemeinsames Verständnis entwickelt, wonach wir unter einer gesundheitsfördernden Lebenswelt Sportverein einen Sportverein verstehen, der gezielt Strukturen, Rahmenbedingungen und Angebote aufweist und weiterentwickelt, um die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Mitglieder, der gesamten Vereinsgemeinschaft und darüber hinaus nachhaltig zu fördern. Dabei wird der Sportverein nicht nur als abgrenzbares Setting für sportliche Aktivitäten betrachtet, sondern als ganzheitliches Lebensumfeld, zu dem alle Menschen Zugang haben, unabhängig von Alter, geschlechtlicher und sexueller Identität, Nationalität oder Ethnie, Religion oder Weltanschauung, Behinderungen und/oder sozialer Herkunft. Die Gesundheitsförderung spiegelt sich in allen Handlungen aller internen und externen Akteure des Sportvereins wider. Damit nähern wir uns auch konkret dem DOSB-Ziel 2035 „100% sind im Sportvereinsumfeld sicher, willkommen und gesünder“.
Die Welt der Pins - Warum sind sie so beliebt?
Zwischen Straßenrand und Venue-Eingang, in den Mensen der Olympischen Dörfer oder auf den Tribünen - Überall dort findet während der Olympischen Spiele in Mailand Cortina rege Interaktion statt. „Do you have Pins?“, lautet oft die einleitende Frage. Es geht um die Anstecker der über 90 Nationen. In den verschiedensten Farben, mit ganz unterschiedlichen Motiven und variierend im Seltenheitsgrad sind die Pins sowie das sich daraus entwickelte Tauschgeschäft bei Olympischen Spielen mittlerweile Tradition. Ausgehend von den Nationalen Olympischen Komitees (NOK‘s) finden sie über die Athlet*innen ihren Weg an die Austragungsorte sowie auch dieses Jahr nach Norditalien.
